8. Juli 2011 Uwe Loos

Und wieder leidet der Sport

Zu den kontroversen Debatten um das Spiel HFC – Eintracht Frankfurt in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals bemerkt der sportpolitische Sprecher der Fraktion Uwe Loos:

„Am 11. Juni 2011 wurde dem HFC die Mannschaft von Eintracht Frankfurt für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals zugelost. Einer der wenigen Höhepunkte im ansonsten fußballerischen Niemandsland Sachsen-Anhalt. Umso bedauerlicher ist es, dass dieses Spiel nun in einem anderen Bundesland ausgetragen werden muss, auch, weil das neue Stadion in Halle zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig gestellt ist.

Sicherlich war schon nach der Auslosung klar, dass dieses Spiel eine besondere Risikoeinstufung hat, fielen doch beide Fangruppierungen in der jüngsten Vergangenheit durch hohe Gewaltbereitschaft auf. Auch das Treffen der Rockerbande Bandidos in der Nähe von Dessau war zu diesem Zeitpunkt schon bekannt.

Nicht nur DIE LINKE fragt jedoch schon, weshalb nach den Zusagen der Stadt Dessau und des Innenministeriums das Spiel im Dessau-Roßlauer Paul-Greifzu-Stadion auszurichten, jetzt, drei Wochen vor dem Spieltermin aus Sicherheitsgründen, eine Absage erteilt wurde. Warum diese kurzfristige Entscheidung? Was hat sich jetzt an der Risikolage verändert, welche neuen Sicherheitsbedenken gibt es, die eine Absage erforderlich machen? Warum ist das Innenministerium nun nicht mehr in der Lage, dieses Spiel in Dessau abzusichern?

So kann man mit Vereinen des Landes, die solche Spiele auch intensiv und sorgfältig vorbereiten müssen, nicht umgehen. Wenn drei Wochen vor dem Spieltermin der Spielort, der Tickettverkauf, Fanbusse usw. nun nicht geklärt sind, ergeben sich schon wieder neue Sicherheitsbedenken.

Übrig bleibt: Das Land kann nicht einmal ein Pokalspiel im DFB-Pokal absichern - so wird es nie etwas mit höherklassigem Fußball in Sachsen-Anhalt.“

Magdeburg, 08. Juli 2011