6. April 2009 Matthias Höhn

Dohenden Lehrermangel nicht aussitzen

Matthias Höhn

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen-Anhalt hat erneut auf den drohenden Lehrermangel hingewiesen. Dazu erklärt Matthias Höhn, bildungspolitischer Sprecher der LINKEN und Landesvorsitzender seiner Partei:

„Die GEW hat mit ihrer Kritik an der Landesregierung leider nur zu Rech, wenn sie feststellt: "Wider besseren Wissens soll dem zukünftigen Lehrermangel nicht vorgebeugt werden."
DIE LINKE hat spürbare Gegenmaßnahmen seitens des Landes bereits mehrfach eingefordert, z.B. eine Erhöhung der Hochschulbudgets bei Beratungen zum Doppelhaushalt 2008/09. Leider sind diese Initiativen durch die Koalitionsmehrheit aus CDU und SPD bislang stets abgelehnt worden.
Dies ist angesichts der akuten Situation überaus fahrlässig.

Verschärfend kommt jetzt hinzu, dass bald bundesweit zu wenige Lehrkräfte zur Verfügung stehen werden. Bereits jetzt ist der Konkurrenzkampf unter den Bundesländern um die Lehramtsabsolventen ausgebrochen. Sachsen-Anhalt muss daher ganz entschieden Voraussetzungen schaffen, um mindestens so viele Lehrerinnen und Lehrer selbst auszubilden, wie das Land perspektivisch benötigt. Die momentanen Kapazitäten der Lehrerausbildung an den Universitäten Halle und Magdeburg reichen dafür absolut nicht aus.

DIE LINKE hat für die beorstehende Landtagssitzung den Entwurf eines Entschließungsantrages eingebracht, mit dem sich der Landtag dazu bekennen soll, für den ab 2012/13 in Sachsen-Anhalt drohenden Lehrermangel schnellstmöglich Vorsorge zu treffen.
Es sowohl um eine Erweiterung des Einstellungskorridors des Landes als auch um die Erhöhung der Kapazitäten der Lehrerausbildung an den Universitäten des Landes sowie der Staatlichen Seminare.
DIE LINKE hält es unverändert für notwendig, dass rechtzeitig vor Beginn der Beratungen zum Doppelhaushalt 2010/11 durch die Landesregierung ein Konzept über eine Neujustierung der Lehrerausbildung vorgelegt wird.
Wenn anders nicht möglich, wird DIE LINKE den Entschließungsantrag am 8. April 2009 selbstständig zur Abstimmung bringen. Eine weitere Vertagung des Themas ist angesichts des dringenden Handlungsbedarfss nicht hinnehmbar, ein Aussitzen des Problems ist nicht möglich.“