19. Februar 2009 Jutta Fiedler

Schulversagen gar nicht erst entstehen lassen

Jutta Fiedler

Zum heutigen Landtagsbeschluss über den Antrag Wissenschaftliche Begleitung des Qualifizierten Programms zur Schulsozialarbeit im Rahmen des ESF-Programms „Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs 2007 – 2013“ erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion:

„Als DIE LINKE diesen Antrag Anfang 2008 einbrachte, hieß es von der Landesregierung, er käme zu spät, weil die wissenschaftliche Begleitung schon lange geplant sei. Wenn dem so gewesen wäre, ergibt sich die Frage, warum es bis zur Ausschreibung einer solchen wissenschaftlichen Begleitung noch bis zum Spätherbst 2008 dauern musste. Und es ergibt sich die Frage, wie lange es ohne diesen Antrag gedauert hätte. Der Antrag wurde damals beschlossen und zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen. Dort hat er offensichtlich zum Ausschreibungsverfahren beigetragen.

Heute beschloss der Landtag auf der Grundlage des Antrages die Vorlage eines Zwischenberichtes der wissenschaftlichen Begleitung bis zum 31.10.2010 im Ausschuss für Soziales und im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Wenn man weiß, dass hier 59 Millionen Euro an ESF-Mitteln für Projekte gegen Schulversagen und Schulabbruch im Land ausgegeben werden, kann man ermessen, wie wichtig für die Nachhaltigkeit dieser Projekte eine solche wissenschaftliche Begleitung in hoher Qualität ist.

So sehr wir natürlich solche Projekte begrüßen, fordern wir aber auch eine Umgestaltung schulischer Bedingungen, die es ermöglichen, Schulversagen gar nicht erst entstehen zu lassen. Längeres gemeinsames Lernen, hohe Unterrichtsqualität und Chancengerechtigkeit beim Bildungszugang müssen den Blick auf die Lernenden und auf die Möglichkeit, dass jedes Kind und jeder Jugendliche mit dem größtmöglichen Erfolg lernen kann, richten.“