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Chancen nutzen, um Interesse für Politik zu fördern

Wulf Gallert stellte sich einem Rededuell im Rahmen von "Jugend debattiert"

Die politischen Konkurrenten im Landtag kennt Wulf Gallert. Mit Christian Barner, Schüler des Magdeburger Nobertusgymnasiums, hatte es der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN hingegen erstmals zu tun. Vergabegesetz oder nicht, war die Frage, um die die beiden in einem gut zwölfminütigen Rededuell stritten. Der Schlagabtausch fand im Rahmen der Veranstaltung "Jugend debattiert" statt und Christian Barner stand Wulf Gallert immerhin als einer der fünf Sieger des gleichnamigen Landeswettbewerbs gegenüber.

Um das Interesse für Politik bei Jugendlichen zu fördern, darf man Parlamentarier und Mitarbeiter des Landtages zur Mittagszeit auch aus der Kantine verbannen. Gut 130 Schüler aus vier Gymnasien Sachsen-Anhalts hatten den Speisesaal stattdessen in Beschlag genommen, um am Ende allen fünf Spitzenkandidaten zur Landtagswahl auf den Zahn gefühlt zu haben. Den Rededuellen mit Siegern von "Jugend debattiert" stellten sich auch Claudia Dalbert (Grüne), Jens Bullerjahn (SPD), Reiner Haseloff (CDU) und Veit Wolpert (FDP). Und alles andere als klare Pro-Contra-Positionen wären als Ausgangslage wohl langweilig und sinnlos gewesen.

Christian Barner schlug sich gut aber Wulf Gallert gab sich freilich nicht geschlagen. Für seine Position gegen ein Vergabegesetz bei öffentlichen Aufträgen hatte der Schüler einen unverhältnismäßigen Kosten-Nutzen-Faktor eines solchen Gesetzes ins Feld geführt, da hoher Prüfaufwand den Steuerzahler mit hohen Kosten belasten würde. Wulf Gallert rückte die Schere zwischen hoher Arbeitsproduktivität und niedrigsten Stundenlöhnen in Sachsen-Anhalt in den Fokus und unterstrich die Stärkung derjenigen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern vernünftige Mindestlöhne zahlen. Das sei auch ein Weg, die Abwanderung junger Menschen aus Sachsen-Anhalt zu stoppen, meinte er.

Eine vernünftige politische Kultur wurde im Rahmen der Veranstaltung in jedem Fall gepflegt. Mit vorgegebenen Redezeiten begegneten sich Schüler und Spitzenkandidaten auch formell auf Augenhöhe und mit einem freundlichen Handschlag ging auch das Rededuell zwischen Wulf Gallert und Christian Barner zu Ende. Was er von "Jugend debattiert" hält, wurde der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN abschließend gefragt. "Es ist gut, Chancen nutzen zu können, um mit jungen Menschen über Politik ins Gespräch zu kommen", sagte er. "Gegenüber der Politik und ihren Institutionen hat sich eine breite Skepsis innerhalb der Bevölkerung entwickelt."


km


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