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Austausch mit der Politik gesucht

Wulf Gallert sprach mit Vertretern der IB BCE im Magdeburger Landtag

"Für unsere Mitglieder haben wir eine erhebliche Bedeutung", sagte Erhard Koppitz, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Mit ihm und weiteren Gewerkschaftsvertretern war Wulf Gallert zu einem Gespräch im Landtag zusammengekommen, denn "wir suchen gezielt nach einer guten Kommunikation mit der Politik", so Koppitz. Interessensvertreter ist die IG BCE im Bezirk Halle-Magdeburg für insgesamt 182 Betriebe und 25.526 Mitglieder. Man wünsche sich einen regen und regelmäßigen Austausch, denn Problemfelder gebe es genug. 

Dem konnte Wulf Gallert zustimmen, wenngleich er die Arbeit der IG BCE als recht erfolgreich einschätzte. "Wir haben eine relativ hohe Tarifbindung", sagte der Bezirksleiter und verwies auf knapp 130 Betriebe innerhalb der IG BCE, die über einen Flächen- oder Haustarifvertrag verfügen. Der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN sprach aber auch Negativbeispiele der Branche an. "In der Papierfabrik Arneburg verdienen die Mitarbeiter 70 Prozent des Ost-Tarifes, und dass, nachdem große Summen an öffentlichen Fördergeldern in das Unternehmen geflossen sind", sagte er.

Die Tarifbindung der Papierfabrik Arneburg habe man als Ziel ins Auge gefasst, meinte Erhard Koppitz. "Bei unseren Arbeitskämpfen müssen auch die politischen Parteien auftreten - Gespräche werden wir mit allen führen", fügte er hinzu. In regelmäßigen Runden wolle man sich zudem über konträre Positionen austauschen. Warum DIE LINKE beispielsweise den Bau des Elbe-Saale-Kanals oder die Anwendung der CCS-Technik bei der Verstromung der Braunkohle ablehnt, während die IG BCE in beiden Fällen als Befürworter auftritt.

Zunächst mal grundsätzlich über eine zunehmende Politikmüdigkeit zu reden, kann schließlich auch nicht verkehrt sein. Mit am Tisch saßen unter anderem Ortsgruppenvorsitzende der IG BCE und Betriebsräte von Romonta, Q-Cells und der MIDEWA. Bei Wulf Gallert lief man mit diesem Thema offene Türen ein. "Viele Menschen haben ihre Erwartungen an die Politik verloren, weil sie zu oft enttäuscht worden sind. Das kann nur Politik wieder ändern", sagte er. 


km





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