Dem Grundwasserproblem auf den Grund gehen
Wulf Gallert sprach mit Betroffenen in Schönebeck und Barby
Kalte Füße bekommt Wulf Gallert als Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN sicher nicht. Eher nasse Füße, wie bei seiner Tour nach Schönebeck und Barby. Geflutete Keller, ratternde Pumpen, Sandsäcke und Seenlandschaften prägten das Bild, dass er sich in den beiden Orten an der Elbe-Saale-Mündung machte. Und gemeinsam mit der dortigen Wahlkreisabgeordneten Sabine Dirlich und dem umweltpolitischen Sprecher der Linksfraktion, André Lüderitz, traf er auf Menschen, denen zumindest im übertragenen Sinne das Wasser fast bis zum Hals steht.
Steigendes Grundwasser ist im Schönebecker Ortsteil Felgeleben kein neues Problem - schon seit den 90er Jahren seien plötzlich Keller voll gelaufen, die jahrzehntelang trocken geblieben waren, erklärte Werner Grundmann. Doch derzeit muss der Vorsitzende der dortigen Bürgerinitiative für ein vernünftiges Grundwassermanagement nur wenige Schritte durch Felgeleben laufen, um über den Gartenzaun von immer neuen Fällen zu hören. Mit seinem Mitstreiter Dieter Berger führte er Wulf Gallert zu direkt Betroffenen, erläuterte die Situation vor Ort und machte auf dringende Anliegen der Bürgerinitiative aufmerksam. Seit mehreren Jahren versucht die Initiative dem steigenden Grundwasser beizukommen. "Kurzfristig können nur mehr Pumpanlagen Entspannung bringen, unser Hauptziel ist, das Problem dauerhaft zu beseitigen", so Werner Grundmann.
Es besteht Handlungsbedarf, da war man sich einig, denn zur Lösung der jetzt akuten Probleme hatte die Linksfraktion bereits zuvor ein Grundwasser-Komplexprogramm vorgeschlagen, das in der bevorstehenden Landtagssitzung auf die Tagesordnung soll. Komplexprogramm passt, denn sowohl die Ursachen und Folgen als auch die zu treffenden Maßnahmen der Grundwasserproblematik sind vielfältiger Natur. "Die Ursachen müssen zunächst ganz genau analysiert werden", meinte Wulf Gallert. Dennoch lägen einige Umstände, die zum Anstieg des Grundwasserspiegels beitragen auf der Hand, etwa der Verbrauchsrückgang von Wasser durch Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerung, die noch immer nicht abgeschlossene Rückkehr zu natürlichen Grundwasserverhältnissen in den ehemaligen Bergbauregionen und Entwässerungsgräben, die zum Teil marode und zerstört sind, fügte Wulf Gallert hinzu.
Die Folgen sind eben nicht nur nasse Keller, sondern auch unbewohnbare Häuser und Schadenskosten auf denen Betroffene oftmals sitzen bleiben, erklärte Werner Grundmann. Dazu kommen immense Stromkosten durch ständig laufende Pumpen und davon konnte auch Harald Meyer von den Gnadauer Anstalten in Barby ein Lied singen. Die diakonische Einrichtung mit Wohnungen, einem Altenpflegeheim und einer Kindertagesstätte war die nächste Station, die Wulf Gallert während seiner Tour besuchte. Schon im November drang dort das Grundwasser in die Keller mit der Hauptstromversorgung und der Fahrstuhltechnik ein. "Allein das Pumpen kostet uns 20 Euro täglich", so Harald Meyer.
Wie sich die Elbe zu einer riesigen Seenlandschaft ausgebreitet hat, konnten Wulf Gallert und seine Begleiter schließlich am Stadtrand von Barby sehen, wo sie gemeinsam mit Barbys Bürgermeister Jens Strube hingefahren waren. Über 8000 Menschen seien in dem Ort vom steigenden Grundwasser betroffen, erklärte Strube. In der festen Absicht schnellen Handelns, waren der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN und seine Fraktionskollegen letztlich vielfach bestätigt worden."Es kann jetzt nicht nur darum gehen, über die Probleme zu reden, es gilt, die Erwartungen der vom Grundwasseranstieg Betroffenen nicht zu enttäuschen", sagte Wulf Gallert.
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