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Die Gangart wird schärfer

Wulf Gallert diskutierte während eines Podiumsgesprächs des Presseclub Magdeburg

"Ich bin Elektroingenieur, ich krieg das hin", sagte Jens Bullerjahn, als ihm sein Mikro zu Beginn der Podiumsdiskussion im Magdeburger Maritim-Hotel versagte. Nur zu, hätte man meinen wollen - Mit der Rückkehr in seinen alten Beruf hätte der SPD-Spitzenkandidat und Finanzminister gleich höchstpersönlich Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel ergreifen können. Okay, das wird vorerst wohl nicht passieren, denn gestalten will er ja lieber als Sachsen-Anhalts Ministerpräsident. Das will Wulf Gallert natürlich auch und als Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN hat er nach aktuellen Umfragewerten wohl eindeutig den berechtigteren Anspruch auf das Amt.

Jetzt darf man auch Wirtschaftsminister Reiner Haseloff nicht vergessen und der machte die Podiumsdiskussion des Magdeburger Presseclubs als Spitzenkandidat der CDU komplett. Haseloff verspürte nach den letzten Umfragen wohl einiges an Oberwasser - hingegen wird sich zeigen, ob es ihn tatsächlich oder vermeintlich nach vorne geworfen hat. Jedenfalls wird die Gangart um einiges schärfer, mit der knapp fünf Wochen vor der Landtagswahl um Konzepte und Inhalte diskutiert wird. Und Jörg Kürschner, Moderator der Podiumsrunde, schaffte es in knapp zwei Stunden jede Menge Themen aufs Tableau zu hieven.

Die Frage, was anders laufen müsse, konnte Wulf Gallert dann auch ziemlich genau beantworten. Etwa dass Sachsen-Anhalt mehr Schulabbrecher als Abiturienten vorzuweisen hat oder die geringsten Löhne bei höchster Arbeitsproduktivität in den neuen Bundesländern verzeichnet. In eine andere Richtung müsste eigentlich auch die Definition einer großen Koalition in Sachsen-Anhalt laufen, fügte der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN hinzu. "Eigentlich müsste die aus uns und der CDU bestehen aber das sollten wir uns alle nicht antun".

Das Bildungssystem und die Frage nach gezahlten Mindestlöhnen standen im Laufe des Abends natürlich auf dem Programm. Nun kann man ja über Wege streiten aber man kann auch mal festhalten, dass manche Wege wohl einfach ins nichts führen. "Natürlich bin ich für Mindestlöhne", meinte Reiner Haseloff. Er hätte auch sagen können, man wolle Firmen freundlich darauf hinweisen, dass es da eventuell und vielleicht die Möglichkeit des Mindestlohn gäbe. Wulf Gallert plädierte hingegen für einen gesetzlich verankerten Mindestlohn von 8,50 Euro. "Damit Unternehmen, die Mindestlöhne zahlen, nicht konkurs gehen, muss es politische Steuerungsinstrumente geben", sagte er.

Die Diskussion um die Nordverlängerung der A 14 fand der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN gerade im Wahlkampf einfach nur unehrlich. "Die politischen Entscheidungen für die Verlängerung sind seit Jahren unter Dach und Fach. Die A 14 ist jetzt deshalb notwendig, weil sich keine Alternativen finden ließen", sagte er. Alternativen war schließlich ein gutes Schlagwort, denn die K-Frage kam spät, aber sie kam. Ein Moderator muss halt tun, was er tun muss und Gäste im Publikum eben auch.

Und während Jens Bullerjahn meinte, die LINKE würde sich der Debatte versperren, hat Wulf Gallert inzwischen schon aufgehört zu zählen, wie oft er in den letzten Wochen zum Thema diskutiert hat. Dem Kommunismus hat die LINKE eine deutliche Absage erteilt - "Jedoch verwehren wir uns dagegen, dass jeder der über gesellschaftliche Alternativen nachdenkt, ein Extremist sein soll", sagte er.


km


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