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Entscheidend ist die Entwicklung eines Binnenmarktes

Wulf Gallert und Mitglieder der Linksfraktion sprachen mit Vertretern der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt

"Die Mobilität der hiesigen Ingenieure ist herausragend", sagte Jörg Gärtner, Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt. Klingt erstmal gut, ist es aber nicht, denn mit Aufträgen sei man in der Region schlichtweg nicht abgedeckt, fügte er hinzu. Um die derzeitige Lage der knapp 2200 Mitglieder der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt ging es in einem Gespräch, das Wulf Gallert, der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Frank Thiel, und die gewerkschaftspolitische Sprecherin, Edeltraud Rogée, mit Vertretern der Kammer führten. Mit am Tisch saß auch deren Geschäftsführer, Rainer Berger.

Es gehe um politische Abstimmungen mit den Kammern und Verbänden im Wirtschaftsbereich im Hinblick auf die kommende Legislaturperiode, sagte der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN. Diskutiert wurden zentrale Fragen wie die öffentliche und private Auftragsvergabe, die Honorarordnung und die Einkommensentwicklung der Ingenieure oder die Landesbauordnung, die "Ecken und Kanten" aufweise, wie Rainer Berger sagte. Zielstellungen müsse man vor dem Hintergrund formulieren, dass die Bauinvestitionen der öffentlichen Hand in den nächsten Jahren defintiv zurück gehen werden, sagte Wulf Gallert. "Wer etwas anderes behauptet, sagt nicht die Wahrheit".

Entscheidend sei die Entwicklung eines Binnenmarktes, der es Ingenieuren ermöglicht, ihre Leistungen verstärkt vor Ort anzubieten, fügte der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN hinzu. Probleme, die sich derzeit bei der Auftragsvergabe für Sachsen-Anhalts Ingenieure ergeben, hatten Jörg Gärtner und Rainer Berger zur Genüge aufgemacht. So fehle es unter anderem an Industriepartnern und im Bereich der privaten "Häuslebauer" sehe man sich zunehmend der Konkurrenz von Fertighausanbietern ausgesetzt. "Aufträge der öffentlichen Hand zu bekommen, ist zudem sehr schwierig. Formalien spielen da oftmals eine größere Rolle als die Leistungsfähigkeit der Ingenieurbüros", sagte Rainer Berger.

Mindestlöhne und ein von den LINKEN gefordertes Vergabegesetz für öffentliche Aufträge waren in diesem Zusammenhang freilich auch Thema der Gesprächsrunde bei der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt. Auf die Beratung und die Zusammenarbeit mit der Kammer setze man bei vielen weiteren politische Zielstellungen in der kommenden Legislatur, sagte Wulf Gallert. So wird die Umsetzung eines vernünftigen Grundwassermanagements in jedem Fall ein Thema sein, in das die Ingenieurkammer eingebunden ist. Genauso wie in die Frage des barrierefreien Bauens.


km


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