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Barrieren in den Köpfen abbauen

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt feierte sein 20-jähriges Bestehen. Wulf Gallert bedankte sich für demokratisches Engagement und Impulse in Richtung Landespolitik

Dem Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt sprach Wulf Gallert vor den Glückwünschen seinen Dank aus. Im Magdeburger Gesellschaftshaus feierte der Verband sein 20-jähriges Bestehen - "Als eine Initiative, die im Interesse ihrer Mitglieder am demokratischen Prozess in Sachsen-Anhalt teilnimmt", wie Gallert anerkennend meinte. Die Landespolitik habe über die Jahre viel durch die Arbeit des Blinden- und Sehbehindertenverbandes gewinnen können. "Vor allem wenn es darum geht, auf bestehende Probleme aufmerksam zu machen", fügte Wulf Gallert hinzu.

Die Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Verbandes, nahm dessen Vorsitzender Hans-Joachim Krahl freilich auch zum Anlass, auf Missstände im Alltag blinder und Sehbehinderter Menschen hinzuweisen. Die Erhöhung des Blindengeldes ist dabei eine der zentralen Forderungen des Verbandes. An dieser Stelle musste zunächst der ebenfalls anwesende Ministerpräsident Wolfgang Böhmer Kritik einstecken. Unter der schwarz-gelben Regierung war das vom Land gezahlte Blindengeld 2004 gekürzt worden.

Dass man unter den derzeitigen steuerlichen Bedingungen wieder eine befriedigende Erhöhung des Blindengeldes durchsetzen könne, zog Wulf Gallert jedoch in Zweifel. "Das Blindengeld wird aus Steuergeldern finanziert. Durch sinkende Steuerquoten und leere Kassen ist es derzeit kaum möglich, den vollen Ausgleich zu zahlen", sagte er. Versprechen konnte Wulf Gallert, dass sich die Landtagsfraktion dem Problem annehmen wird. Und er richtete sich mit einem ganz konkreten politischen Angebot an die Mitglieder und Gäste des Blinden- und Sehbehindertenverbandes - eines, das inklusive Bildung von Kindern in den Mittelpunkt stellt.

Vor dem Hintergrund dieser Zielstellung hat die Linksfraktion ein Konzept für ein Aktionsprogramm erarbeitet, das sie demnächst unter dem Namen "Dekade für ein barrierefreihes Sachsen-Anhalt" vorstellen wird. "Die Einteilung in gesunde und behinderte Menschen ist ein Relikt der Vergangenheit. Es geht um den Abbau der Barrieren in den Köpfen", sagte Wulf Gallert.


km


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