Mit Volldampf in die Zielgerade
Mit Wulf Gallert und Gregor Gysi gehen die zentralen Wahlkampfabschlussveranstaltungen der LINKEN in Magdeburg und Halle über die Bühne
Das Ziel für die Wahl ist lange gesetzt - "Die Landesregierung gehört abgewählt". Lautstarker Beifall schallte Wulf Gallert sowohl in Halle als auch in Magdeburg entgegen, wo DIE LINKE mit ihren zentralen Wahlkampfabschlussveranstaltungen nochmal ordentlich Fahrt für die letzten Stunden bis zur Entscheidung aufnahm. Das Wetter war mies, die Stimmung hervorragend. Hunderte Menschen erlebten einen optimistischen wie kämpferischen Endspurt der LINKEN, einen Ministerpräsidentschaftskandidaten, der es schaffen kann und einen Gregor Gysi, der das Päckchen quasi zuschnürte.
Vom halleschen Marktplatz und von der Magdeburger Festung Mark bog DIE LINKE also mit Volldampf in die Zielgerade ein. "Führen Sie einen gesellschaftlichen Wandel herbei - für ein sozial gerechteres und zukunftsfähiges Sachsen-Anhalt", rief Wulf Gallert den Menschen in den beiden größten Städten des Landes zu. Es geht um klare politische Alternativen am Sonntag. Um gute Arbeit, gerechte Löhne und gleiche Bildungschancen in Sachsen-Anhalt oder um ein weit davon entferntes "weiter so".
Den Zielen der LINKEN - gesetzliche Mindestlöhne, Vergabegesetze und ein Bildungssystem, das längeres gemeinsames Lernen ermöglicht - verlieh Wulf Gallert einmal mehr Nachdruck. "Fehlt jetzt nur noch, dass Reiner Haseloff sagt, 'die Russen kommen'", wandte er sich anschließend dem Wirtschaftsminister und CDU-Spitzenkandidaten zu. Dessen dumpfe Angstkampagne hatte zu diesem Zeitpunkt einen lächerlichen Höhepunkt erreicht, denn "wenn ihr die anderen wählt, werdet ihr alle enteignet“, meint Haseloff. Wulf Gallert meint was anderes und trifft in Schwarze: "Wer so etwas landauf landab behauptet, darf nicht Ministerpräsident werden", sagte er.
Zur SPD hatte Wulf Gallert auch ein paar Anmerkungen, denn die müsse sich nach wie vor entscheiden, wie wichtig ihr ihre eigenen Inhalte sind. Beim Thema Sozialdemokraten musste sich der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN im Übrigen leicht zurück halten aber nur, weil Gregor Gysi dazu auch noch was sagen wollte. "Lassen Sie sich nicht erpressen von Bullerjahns Ankündigung, keinen linken Ministerpräsidenten zu wählen", so der Bundestagsfraktionsvorsitzende. "Für soziale Gerechtigkeit im Land zählt am Sonntag jede Stimme für DIE LINKE".
Gregor Gysi hatte in seinen Reden den Bogen zur Bundespolitik geschlagen und der zog sich von der Forderung nach Umverteilung und einem gerechteren Steuersystem bis zum Aufruf gegen Krieg und kriegerische Einsätze der Bundeswehr. Und freilich gab es ein Thema, das zuvor auch Wulf Gallert auf den Plan gerufen hatte und das die letzten Wahlkampftage traurigerweise prägt. Die beiden bekräftigten die Forderung der LINKEN nach einem schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie. Den Atomkompromiss zur Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken aufzukündigen verlangt DIE LINKE nicht erst seitdem explodierende Reaktoren Japan an den Rand eines nuklearen Super-GAU drängen während das Land durch das schwere Erdbeben schon zu viel Zerstörung und Leid erfahren hat.
"Nazis dürfen hier keinen Fuß auf den Boden bekommen", hatte Wulf Gallert schließlich ein deutliches Zeichen gegen möglichen Einzug der NPD in den Landtag gesetzt. Damit brachte er den Konsens zur Sprache, der dieser Tage alle demokratischen Parteien des Landes eint und in einer gemeinsamen Erklärung zu Papier gebracht wurde."Gehen Sie wählen", sagte Wulf Gallert - "wählen Sie DIE LINKE", setzte er in diesem Falle bewusst hinten dran. Es gehe darum, die Menschen für den Gang zur Wahlurne zu mobilisieren. "Eine hohe Wahlbeteiligung kann den Einzug der Neofaschisten in das Parlament verhindern".
Als sich die Wahlkampfabschlussveranstaltungen in Halle und Magdeburg auflösten lag Energie in der Luft und die haben Wulf Gallert und die LINKE im Endspurt mitgenommen. Alles ist offen, eine soziale Alternative ist möglich und muss nur gewählt werden. Fortsetzung folgt am 20. März.
km








