Personell wie inhaltlich aufgestellt
Die LINKE Sachsen-Anhalt wählte ihre Kandidaten für die Landesliste zur Landtagswahl 2011. Wulf Gallert auf Spitzenplatz gesetzt.
Die politische Konkurrenz kann sich warm anziehen, meinte Wulf Gallert während seiner Abschlussrede zur LandesvertreterInnenversammlung am Samstagabend in Magdeburg. Um vielleicht doch mal im militaristischen Jargon zu sprechen: Die LINKE hat sich am Wochenende in Stellung gebracht und das erst jüngst beschlossene Landeswahlprogramm personell untermauert. Es wurde sozusagen aufgerüstet und Frontsoldaten wurden auch bestimmt. Wulf Gallert steht ganz vorn an der Spitze, wenn die LINKE in einen harten, doch Erfolg versprechenden Wahlkampf zieht.
Mit 94,5 Prozent der Delegiertenstimmen war Wulf Gallert schon am Freitag auf Platz 1 der Kandidatenliste der LINKEN für die Landtagswahl im März kommenden Jahres gewählt worden. Das Ergebnis war die deutliche Bestätigung seiner Nominierung zum Spitzenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten im Juni dieses Jahres. Optimistisch und kämpferisch hatte sich Gallert zuvor in seiner Vorstellungsrede gezeigt. Aus tiefster Überzeugung werde er für die Inhalte des Landeswahlprogramms eintreten und um politische Mehrheiten werben, sagte er.
Man könne sich auch auf einen personalisierten Wahlkampf einstellen, meinte Gallert, um mit dem CDU-Spitzenkandidaten Reiner Haseloff seinen politischen Hauptgegner anzupeilen. Wo Haseloff auf eine gewisse Hofierung durch das Establishment bauen kann, muss die LINKE Geschlossenheit entgegensetzen, fügte er hinzu. Seine Parteigenossen bat Wulf Gallert um tatkräftige Unterstützung während der kommenden Monate. "Alleine bin ich nichts - nur gemeinsam sind wir stark", rief er den Delegierten im Magdeburger BTM unter starkem Beifall zu.
Was im Rahmen der VertreterInnenversammlung folgte, war ein Vorstellungs-, Wahl- und Auszählungsmarathon, der sich gewaschen hatte. Dabei stieg die Truppendisziplin proportional zur Erkenntnis, dass man den ursprünglich mit verplanten Sonntag auch anders verbringen kann. Kurz nach 22 Uhr am Samstagabend standen die 38 Kandidaten fest, die auf der Landesliste der LINKEN in den Wahlkampf ziehen. "Auf das Ergebnis können wir stolz sein", sagte Wulf Gallert.
Die personelle Aufstellung der Landesliste ist eine kollektive Leistung im Interesse der Partei, fügte er hinzu. Trotz extremer Belastung seien Delegierte wie Kandidaten souverän mit der Wahlsituation umgegangen. Mit überlegten und kompetenzorientierten Entscheidungen sei eine gute Perspektive für die kommende Legislatur geschaffen worden. Die wenigen Änderungen am vorab vorgelegten Listenvorschlag des Landesvorstandes der LINKEN haben eben jenes Prozedere bestätigt, sagte Wulf Gallert.
Kann es im Wahlkampf der LINKEN also richtig losgehen und wer weiß, was ein unverhofft freier Sonntag später noch an Energien frei setzt.
km
Die Wahlergebnisse zur Landesliste der Partei DIE LINKE. Sachsen-Anhalt finden Sie hier



