Von Lausbubengeschichten und tiefen Wäldern
Wulf Gallert engagierte sich im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages.
Winterfeste Schuhe hatte Wulf Gallert vorsorglich in den Kofferraum geworfen. Einen Kompass brauchte es dann doch nicht, auch wenn die Anreise zum Waldkindergarten "Birkenwäldchen" im Haldenslebener Ortsteil Satuelle eher ungewöhnlich war. Geradeaus durch den Forst und dann irgendwo links. Zu Fuß, versteht sich, und Wilhelm Buschs "Max und Moritz" waren mit von der Partie.
Aus Anlass des bundesweiten Vorlesetages hatte Wulf Gallert den Kindern und Erziehern des "Birkenwäldchen" einen Besuch abgestattet. Naturverbundenheit wird dort ganz groß geschrieben - auch Ende November bei Temperaturen gegen Null Grad Celsius. Seinem Engagement für den jährlichen Aktionstag der Initiative "Wir lesen vor" durfte Wulf Gallert unter freiem Himmel nachkommen. Umringt von einer kleinen Rasselbande, die gespannt darauf wartete, was da kommen möge.
Mit "Max und Moritz" hatte sich Wulf Gallert einen Kinderbuch-Klassiker schlechthin ausgesucht. "Es ist das Lieblingsbuch meines viereinhalbjährigen Sohnes", sagte er und setzte dabei ganz auf den Mitmacheffekt, der bei seinem Kleinen zumindest immer funktionieren würde. Jedes Kind kennt "Max und Moritz" und auch die Mädchen und Jungen im "Birkenwäldchen" wussten die Reime zu vervollständigen, wenn Wulf Gallert eine Lesepause einlegte. Voll in die Geschichte vertieft, ließ sich im Übrigen auch keiner ablenken, als Journalisten mit Fotoapparat und Kamera im Anschlag buchstäblich aus den Büschen vorkrochen.
Wärmer war es in der Magdeburger Kindereinrichtung "Kuschelhaus" allemal. Dort war die zweite Station von Wulf Gallerts ganz persönlichem Vorlesetag und "Max und Moritz" funktionierte dort wie hier. Fast fünfmal so viele Kinder, wie im "Birkenwäldchen" hatten im "Kuschelhaus" den Lausbubengeschichten Wilhelm Buschs aufmerksam gelauscht. Und da nun beim besten Willen nicht alle über Wulf Gallerts Schulter die dazugehörigen Illustrationen sehen konnten, gabs mit Bildern, die per Kamera an die Wand gebeamt wurden, einen Special-Effekt obendrauf. Dass die Erheiterung zwischenzeitlich größer sein würde, wenn sich die Kleinen selbst im Bild sahen, war zumindest den Bewegungen von Kameramann Mario Grünewald nach zu urteilen, eindeutig eingeplant.
Wulf Gallert konnte wohl letztlich einen Beitrag leisten, dass die gesteckten Ziele der Initiative "Wir lesen vor" Aufmerksamkeit fanden und vielleicht auch etwas näher gerückt sind. Junge Menschen für Literatur zu interessieren, die Lesekompetenz zu fördern sowie Analphabetismus und Leseschwächen vorzubeugen, ist das erklärte Anliegen der Initiative.
km

