Von Täve lernen heißt siegen lernen
Wulf Gallert war Gast der Sportlergala zum 80. Geburtstag der Radfahrlegende Täve Schur.
Die Sporthalle in Kleinmühlingen platzte aus allen Nähten. Radfahrlegende Täve Schur feierte seinen 80. Geburtstag und wer Glückwünsche und Geschenke los werden wollte, musste sich anstellen, durchkämpfen und weiter schieben lassen. Anders ging es da auch Wulf Gallert nicht. Der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN überbrachte Täve Schur nicht nur seine persönlichen Glückwünsche sondern auch die der gesamten Linksfraktion.
Zeitweise sah man Täve Schur gar nicht mehr. Einfache Faustregel: Er ist dort, wo die Menschenmenge am dichtesten ist. Der von der Bundestagsfraktion der LINKEN organisierte "Tusch für Täve" war in seiner Bezeichnung eigentlich gänzlich untertrieben. In geballter Ladung wurde ihm das zuteil, was er sich in seinen 80. Lebensjahren nicht nur durch seine sportlichen Erfolge verdient hatte: Ruhm, Respekt, Anerkennung und Ehre.
Nun ist Wulf Gallert in seinem Leben eher weniger in die Pedale getreten aber man muss auch kein Radfahrer sein, um sich Täve Schur zum Vorbild zu nehmen. "Von Täve lernt man, was es heißt, zu kämpfen", sagte der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN während seines Grußwortes auf der Bühne der Kleinmühlinger Sporthalle. Genau das werde er auch tun, sagte Wulf Gallert im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl. Und Täve Schur kam nicht umhin, seinerseits Beifall zu zollen, als ihm Wulf Gallert den Wahlerfolg sozusagen als Geschenk versprach.
Bleibt also nur die LINKE zu wählen, denn wer will die Radfahrlegende schon enttäuschen? Und im übertragenen Sinne sitzt Wulf Gallert wohl mindestens genauso fest im Sattel, wie es Täve bis heute tut. Reichlich Beifall für seine Ankündigung bekam Wulf Gallert auch von den hunderten Gästen, die sich in der Sporthalle Kleinmühlingen eingefunden hatten. Womöglich waren es im Laufe des Nachmittags auch über tausend gewesen, wer behält bei so einem Ereignis schon den Überblick.
Letztlich waren es Wegbegleiter aus allen Lebensphasen, die dem Jubilar zu seinem 80. Geburtstag gratulieren wollten. Alte Radfahrkollegen wie Rudi Altig und Olaf Ludwig waren nach Kleinmühlingen gekommen. Schauspieler Peter Sodann, die Schriftstellerin Gisela Steineckert oder die Band "Karussell" hatten sich unter die Gratulantenschar gemischt. Nahezu die gesamte Bundestagsfraktion der LINKEN, der Täve Schur von 1998 bis 2002 angehörte, stand auf der Matte: Dietmar Bartsch, Gregor Gysi, Petra Pau - um nur einige zu nennen.
Als jeweils erster Deutscher hatte Täve Schur 1955 bzw. 1958 die Straßenrad-Weltmeisterschaft der Amateure und die Friedensfahrt gewonnen. Das ging Wulf Gallert wohl auch durch den Kopf, als er sich irgendwann von Kleinmühlingen wieder in Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht hatte. Er will der erste linke Ministerpräsident in Deutschland werden. Möglich ist alles, denn von Täve lernen, heißt auch siegen lernen.
km







