Wichtige Imageveranstaltung für regionale Unternehmen
Wulf Gallert besuchte die Internationale Grüne Woche in Berlin
Rein politisch gesehen findet Wulf Gallert Sachsen-Anhalt wohl weniger schmackhaft. Wie schmackhaft das Land hingegen im wahrsten Sinne des Wortes ist, war ihm bei seinem Besuch der Internationalen Grünen Woche in Berlin mit Sicherheit nicht entgangen. Kräftig zulangen war quasi Pflichtprogramm. Und natürlich gibt es auch unangenehmere Gespräche als die zwischen Salzwedeler Baumkuchen und Halberstädter Würstchen.
Zur weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau stand der Sachsen-Anhalt-Tag auf dem Programm und der Andrang war groß in der Länderhalle auf dem Berliner Messegelände. Allen 73 Ausstellern des Bundeslandes einen Besuch abzustatten war für Wulf Gallert letztlich nicht zu schaffen, auch wenn sich das Protokoll seiner anberaumten Führung irgendwann verselbständigt hatte. "Mich beeindruckt, dass auch viele kleine Unternehmen die Energie aufwenden, sich hier zu präsentieren", meinte der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN. Der dafür notwendige logistische wie finanzielle Aufwand sei für kleine Direktvermarkter nicht unerheblich, wie der Geschäftsführer der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, Dr. Thomas Lange, erklärte.
"Regionale Produkte gewinnen wieder an Bedeutung und in der Ernährungswirtschaft ist Sachsen-Anhalt sehr gut aufgestellt", fügte Lange hinzu. Was anderes konnte auch Wulf Gallert nicht behaupten, der bei seinem Rundgang an so ziemlich allem vorbei gekommen war, was Geschmacksnerven vor Freude hüpfen lässt. Wichtiger als die kulinarischen Hochgenüsse waren letztlich die Informationen und Erfahrungen der Unternehmer, die Wulf Gallert aus zahlreichen Gesprächen mit nach Hause nahm. Es ging um Standortbedingungen und Firmengeschichte aber auch um Mitarbeiterentwicklung, Produktionsweisen oder Absatzmärkte.
Schade sei, dass sich zur diesjährigen Grünen Woche weniger Tourismusverbände als sonst aus Sachsen-Anhalt präsentieren, meinte Wulf Gallert. Gerade weil Ernährungsprodukte in fester Verbindung mit Regionen stehen, ließe sich Sachsen-Anhalt im Rahmen der Grünen Woche sehr gut touristisch bewerben, fügte er hinzu. Als Agrarmarketinggesellschaft habe man aber auch mit Problemen bei der Präsentation hiesiger Unternehmen zur Grünen Woche zu kämpfen, sagte Thomas Lange. So gehe die finanzielle Förderung der Messe durch das Wirtschaftssministerium des Landes immer weiter zurück.
Die Höhe der Fördersumme des Wirtschaftsministeriums sei schon lange ein Streitpunkt, erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Frank Thiel. Die tourismus- und verbraucherschutztpolitischen SprecherInnen der Fraktion, Harry Czeke und Angelika Hunger waren beim Rundgang auf der Grünen Woche ebenfalls dabei und über die Bedeutung der Messe als Imageveranstaltung für Sachsen-Anhalt waren sich letztlich alle einig. "Gerade für die kleinen Unternehmen ist die Chance, sich hier zu präsentieren extrem wichtig. Und nicht immer können sie die Teilnahme aus eigener Kraft stemmen", sagte Wulf Gallert.
Im Übrigen sollte der Ministerpräsidentschaftskandidat der LINKEN gemeinsam mit Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) über die Grüne Woche streifen, was letzterer einfach nicht gebacken kriegte. Dass ihm da mal ganz schnell jemand die Butter vom Brot nehmen könnte, hatte Bullerjahn vielleicht in doppelter Hinsicht befürchtet.
km
